Sozial handeln –
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Suchtselbsthilfe im AWW nach Corona

[Berlin/Chemnitz]   28.05.2021  –  Selbsthilfegruppen sind selbstorganisierte Zusammenschlüsse von Menschen, die ein gleiches Problem oder Anliegen haben und gemeinsam etwas dagegen bzw. dafür unternehmen möchten. Die Sucht-Selbsthilfegruppen des AWW sind Orte der Begegnung und dienen Informations- und Erfahrungsaustausch von Betroffenen und Angehörigen, der praktischen Lebenshilfe sowie der gegenseitigen emotionalen Unterstützung und Motivation.

Ab dem 29. Mai 2021 sind Gottesdienste und Gruppentreffen im Adventhaus Chemnitz endlich wieder möglich. Nach einer langen Durststrecke scheinen die nunmehr sinkenden Inzidenzzahlen Grund zu vorsichtigem Optimismus zu geben. Die Chemnitzer Sucht-Selbsthilfegruppen des AWW treffen sich seit vielen Jahren regelmäßig in den Räumen des Adventhauses zu ihren Gruppenstunden. Die Gesundheits- und Ordnungsämter von Städten und Landkreisen hatten noch bis vor wenigen Tagen sehr verhalten bis ablehnend auf entsprechende Anfragen und Bitten der AWW-Landesstelle reagiert, obwohl nach Auskunft des Sächsischen Staatsministeriums vom April die Kontaktbeschränkungen nicht für Maßnahmen gelten, die der Gesundheitsfürsorge dienen. „Unter der Voraussetzung, dass die Suchtselbsthilfegruppe der Gesundheitsfürsorge dient, dürfen die Treffen stattfinden. Sinnvoll wäre es natürlich, dass die Teilnehmenden sich vorher im Rahmen der Bürgertestung testen", so wurde amtlich eingeschätzt. Auf der Grundlage dieser Auskunft und vor dem Hintergrund eines deutlich zurückgehenden Infektionsgeschehens gibt Michael Götz, Leiter der zuständige AWW-Landesstelle nun grünes Licht, dass ab sofort und in Abstimmung mit den jeweils gastgebenden Kirchengemeinden die Treffen der AWW-Suchthilfegruppenwieder wieder stattfinden können. Nach wie vor gelten dabei die bekannten Hygienevorschriften (Mindestabstand, Mund-Nasen-Schutz, Händehygiene, Lüften). Darüber hinaus wird dringend empfohlen, dass sich Teilnehmer/-innen vor Gruppentreffen testen lassen, sofern sie noch keinen vollen Impfschutz erhalten haben.

In den anstrengenden Monaten haben die Gruppenleiter den Kontakt zu den Gruppen und den einzelnen Mitgliedern zu halten versucht. Leider kommt es gerade Krisenzeiten zu Rückfällen, die nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch von den anderen Gruppenmitgliedern sehr schmerzlich empfunden werden. Das zeigt einmal mehr, wie notwendig regelmäßige Treffen, Austausch und gegenseitige Ermutigung und Stärkung sind – gerade in Krisenzeiten. Ein Grund mehr, in der gebotenen Vorsicht und Rücksicht die nächsten Schritte aufeinander zu und miteinander zu gehen.

Im Osten Deutschlands gibt es 9 Sucht-Selbsthilfegruppen in Trägerschaft des Advent-Wohlfahrtswerkes, die teilweise seit fast 50 Jahren bestehen. Sie wurden Anfang der 70iger Jahre von Christen gegründet, denen das Schicksal von Alkoholabhängigen in der damaligen DDR nicht gleichgültig war. Zunächst kümmerten sie sich um einzelne Betroffene und gründeten schließlich Suchthilfegruppen. Daraus entstand ein Netzwerk der Suchtkrankenhilfe, das heute zum AWW gehört.