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Wolfgang Buschmann (1937 - 2025) - Nachruf auf einen Pionier der adventistischen Suchtkrankenhilfe

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Das Advent-Wohlfahrtswerk trauert um seinen ehemaligen Mitarbeiter in der Suchtkrankenhilfe Wolfgang Buschmann. Er verstarb am 18. Dezember 2025 im Alter von 88 Jahren in Arnsdorf bei Radeberg.

Bild: Wolfgang Buschmann
Foto: © privat

Wolfgang Buschmann gehörte zu den Pionieren der adventistischen Suchtkrankenhilfe in Ostdeutschland, die er durch Pastor Hartmut Sensenschmidt Mitte der 1970er-Jahre kennengelernt hatte. Fortan war Wolfgang Buschmann davon beseelt, sich in den Dienst an abhängkeitskranken Menschen zu stellen und sie auf dem zumeist dornigen Weg aus der Sucht mit Rat und Tat zu begleiten. Zunächst tat er dies ehrenamtlich mit der Gründung und Leitung einer Suchthilfegruppe unter dem Dach der Adventgemeinde in seinem damaligen Wohnort Limbach-Oberfrohna. Um diese Aufgabe fachlich qualifiziert wahrnehmen zu können, ließ sich Wolfgang Buschmann zum Suchtkrankenhelfer ausbilden und besuchte auch danach zahlreiche Weiterbildungen, durch die er seine Expertise ständig erweiterte.

Auf Initiative der Suchthilfegruppe am Adventhaus Chemnitz und mit Genehmigung des Gesundheitsamtes der Stadt etablierte sich im Jahr 1991 in der Hans-Sachs-Straße eine Kontaktstelle für Alkoholabhängige. Mit der Leitung dieser Einrichtung wurde Wolfgang Buschmann betraut. Als Sozialarbeiter und Suchttherapeut begleitete er nunmehr hauptamtlich eine Vielzahl von hilfebedürftigen Menschen, zu denen auch solche mit Spielsucht oder mit Abhängigkeit von illegalen Drogen gehörten. Nicht selten führte ihn sein Weg in dieser Aufgabe auch zu Menschen, die inhaftiert waren.

Über den unmittelbaren Kontakt zu Klientinnen und Klienten hinaus trug Wolfgang Buschmann als Einrichtungsleiter auch maßgeblich dazu bei, die Kontaktstelle zu einer Suchtberatungs- und Suchtbehandlungsstelle mit angestellten Suchttherapeutinnen und -therapeuten weiterzuentwickeln. Am 1. Juli 1994 nahm die sogenannte SBB als eine von drei in Chemnitz anerkannten Beratungsstellen ihre Arbeit auf, die Wolfgang Buschmann mit großer Hingabe und Umsicht führte, bis er diese Aufgabe im Jahr 1999 seiner Nachfolgerin Kerstin Knorr übergab. 

Auch als Rentner blieb Wolfgang Buschmann an der Entwicklung der Suchtkrankenhilfe im Advent-Wohlfahrtswerk interessiert. Er besuchte Gruppenleiter- und Begegnungstage und brachte nicht selten suchterkrankte Menschen zu solchen Veranstaltungen mit. Als Co-Referent eines AWW-Gruppenleiterfachtags im Jahr 2020 mit dem Thema „Suchtselbsthilfe – gestern, heute und morgen“ gab Wolfgang Buschmann einen Einblick in die Geschichte der adventistischen Suchtkrankenhilfe und in seine langjährige Tätigkeit als Suchtkrankenhelfer und Suchttherapeut. In diesem Dienst hatte er seine Lebensaufgabe gefunden, zu der er sich von Gott berufen wusste. Im Namen des Advent-Wohlfahrtswerkes und all der ungezählten Menschen, die durch seinen kompetenten, zugewandten und hoch engagierten Dienst aus der Suchtabhängigkeit in die Freiheit fanden, sei Wolfgang Buschmann auf das Tiefste gedankt.