Gegenwind für Flüchtlingshilfe in Thüringen - Ehrenamtliche am Limit
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Das betrifft auch den AWW-Helferkreis in Nordhausen, wie aus einer von dessen Leiterin Doris Lang verfassten Pressemitteilung hervorgeht. Demnach seien Fördermittel für Projekte im Bereich Migration deutlich reduziert und Verfahren zur Beantragung von Mitteln zugleich komplizierter und langwieriger geworden. Auch die Behörden vor Ort würden laut Doris Lang, die sich seit Jahren für Geflüchtete engagiert, zunehmend zögerlicher und unklarer agieren. „Man merkt eine große Unsicherheit in den Ämtern. Es fehlt an Personal, die Gelder werden streng rationiert. Daraus resultiert mehr Arbeit für Ehrenamtliche, die versuchen, entstandene Lücken zu füllen. Sie stemmen Aufgaben, für die eigentlich bezahlte Fachkräfte gebraucht würden.“
Auch das Engagement für Geflüchtete stoße zunehmend auf Widerstand – die Stimmungslage im Land habe sich spürbar verändert: „In den sozialen, aber auch in klassischen Medien mehren sich kritische bis ablehnende Töne gegenüber Geflüchteten. Davon sind auch diejenigen betroffen, die sich für Migranten einsetzen. Besonders Geflüchtete aus Afghanistan, dem Iran und Syrien sehen sich aus Teilen der Bevölkerung verstärkt mit Vorurteilen konfrontiert. Auch innerhalb kirchlicher Kreise, einschließlich der Adventgemeinde, ist die Ablehnung gegenüber dieser Gruppe vermehrt spürbar.“
Doris Lang zeigt sich aber auch dankbar dafür, dass sich der AWW-Helferkreis Nordhausen nach wie vor für die Integration, Bildung und Begleitung dieser Menschen im Alltag tatkräftig einsetze. Das geschehe beispielsweise durch sechs wöchentliche Deutschkurse, durch Einzelfallberatung und Begleitung zu Behörden oder durch monatlich stattfindende Freizeitaktivitäten wie gemeinsame Feste, Ausflüge oder Kreativangebote.
Das Advent-Wohlfahrtswerk engagiert sich satzungsgemäß und an vielen Orten für die Integration von Geflüchteten. Die AWW-Landesstelle Thüringen ist Mitunterzeichnerin der Initiative „Weltoffenes Thüringen“, die sich für die Achtung von Menschenwürde und Menschenrechten ebenso einsetzt wie für ein friedliches und von Respekt getragenes gesellschaftliches Miteinander.