Sozial handeln –
wirksam helfen.

Stellungnahme zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Februar 2020

[Uelzen/Lauchhammer] - 05.03.2020 - Als Einrichtung im Advent-Wohlfahrtswerk, dem Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, sind wir überzeugt von der Idee der freien, sich selbstbestimmten Individualität eines jeden Menschen.

Unsere Aufgabe, besonders als hospizliche Einrichtungen ist es, schwerstkranken Menschen ein Angebot zu machen, um auch die letzten Tage des Lebens lebenswert und in Würde zu erleben. Eine gute palliative Versorgung bietet hier Möglichkeiten, dem Motto Cicely Saunders gerecht zu werden, „den Tagen mehr Leben zu geben“.

Freies und selbstbestimmtes Handeln setzt voraus, dass den Betreffenden alle Handlungsalternativen bekannt sind. Wir sehen es daher als unseren Auftrag an, über die Möglichkeiten der palliativen Versorgung aufzuklären. Unsere Gesellschaft ist aufgefordert Vorsorge zu treffen, dass Entscheidungen zum Suizid nicht aus einer Angst heraus und ohne Kenntnis von Alternativen getroffen werden. Auch darf sich aus diesem Urteil kein Menschenbild entwickeln, dass in unserer Leistungsgesellschaft die Entscheidung zum Freitod fördert, etwa „um nicht Anderen zur Last zu fallen“.

Wir sehen die geschäftsmäßige Unterstützung bei einem Suizidersuchen deshalb als hochproblematisch an und halten es darum für falsch, wenn die letzte ultimative Entscheidung eines Menschen abhängig gemacht von oder verknüpft wird mit monetären Interessen.

Als Hospizeinrichtung des Advent-Wohlfahrtswerk werden wir jeden Menschen und sein persönliches Anliegen -wie bisher auch- annehmen und ernst nehmen. Unsere Aufgabe ist es dabei aber immer, zuerst ein Angebot zum Leben zu machen, um mit einer guten Versorgung „den Tagen mehr Lebensqualität zu geben“.