Sozial handeln –
wirksam helfen.

Ein Leben mit Behinderung ist immer eine Art „Lockdown“

Das Leben kann trotz Lockdown bunt sein
Bild: ©AWW

[Groß-Umstadt]  -  29.01.2021       „Wir haben seit dem ersten Lockdown viel erlebt“, erzählt Christian Dengler, Geschäftsführer im „Haus Odenwald“, einem Wohnheim für 26 behinderte Menschen in Groß-Umstadt. „Die Schließung der Behinderten-Werkstätten war mit der nachdrücklichen Bitte verbunden, das Haus nicht zu verlassen. Damit bestand allerdings auch die Gefahr der Isolierung und Vereinsamung unserer Bewohner. Wir haben uns als Haus Odenwald aber für ein Leben als familienähnliche Gemeinschaft entschieden.“ Nachdenklich fährt er fort: „Darf man sich oder andere in einer Familie isolieren? Ist es noch angemessen, wenn man zur Vermeidung eines möglicherweise lebensbedrohlichen Infektions-Risikos das aktive, lebendige Miteinander opfert?“

Wie verhält man sich also richtig, wenn man für Menschen Verantwortung übernehmen und muss, die das nicht vollumfänglich für sich selbst können? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses haben sich seit Monaten bemüht, für die Bewohner so viel Normalität wie nur möglich in dieser Ausnahme-Situation zu erhalten. Nicht untätig sein, sich keinesfalls hängen lassen, schon gar nicht ins Klagen oder gar in Depression verfallen.

„Wir haben z.B. damit begonnen, unseren Garten neu zu gestalten. Zunächst haben wir gemeinsam unsere Gartentische abgeschliffen und neu bemalt“, berichtet Christian Dengler weiter und hofft, dass man damit noch eine Weile beschäftigt sein wird und die verordnete Leerlaufzeit sinnvoll nutzen kann. „Wir sind dankbar für die Menschen, die in unserem Haus leben und für alle, die hier arbeiten und täglich eine Atmosphäre der Annahme und Wertschätzung erfahrbar machen. Wir sind aber auch dankbar für Menschen, die an uns denken und uns unterstützen. Jede Hilfe ist wichtig, sei es durch Rat und Tat, durch Gebete oder auch durch Spenden für die Arbeit des Hauses.“

Das Haus Odenwald besteht seit 2006 als Wohnanlage für Menschen mit Behinderung. Persönliche Hilfestellungen, gesundheitliche Überwachung und Betreuung werden 24 Stunden am Tag bereitgestellt und koordiniert. Es ist ein Ort zum Leben und Wohlfühlen. 26 Menschen mit unterschiedlichen Lebenshintergründen und Besonderheiten wohnen hier unter einem Dach und bilden eine große familiäre Gemeinschaft. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich mit ihren unterschiedlichen Professionen um das Wohlergehen dieser Menschen, um die Verwaltung des Hauses, seine Erhaltung und Sauberkeit.

Seit 2020 gehört das Haus Odenwald zum Advent-Wohlfahrtswerk, dem Sozialwerk der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Sie können die Arbeit im Haus Odenwald gern mit ihren Spenden unterstützen. [hier]